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SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD |
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1987
Informationen zum Thema Schmerz und Schmerztherapie
ARTHRITIS
weiterer Such begriff:
Arthritiserkrankung
Was ist Arthritis?
Arthritis ist eine Sam melbezeichnung für Gelen kerkrankungen, die durch eine Entzün dung der Gelen kflächen verursach t werden. Die Entzü ndung kann ein Gelen k (Mo narthritis), wenige Gelen ke (Oligoar thritis) oder fast alle Gel enke (Pol yarthritis) betreffen.
Die Sym ptome (= Krank heitszeichen) einer Arthritis sind meist Sch merzen, Sch wellung, Überwärmung und/oder Be wegungseinschränkung des betroffenen Gelen kes. Sel tener kann es auch zu einer Rö tung (v. a. akute Formen), Gelen kerguß (= Flüss igkeit im Gelenk) oder zu einem Gelenkempye m (= Eiteransam mlung im Gelenk) kommen. Im Verlauf chronischer Arth ritiden (= über einen längeren Zeitraum bestehende Gelenken tzündungen) sind die Spät folgen meist ein Fun ktionsverlust des Gelenkes mit Destru ktionen (= Zers törung bestimmter Gelenksbestandteile), Feh lstellungen (= die Geome trie des Gelenkes wird verändert), Kon trakturen (= Ver kürzungen bestimmter das Gelenk umgebender Weich teilstrukturen, die zu einer Bewegungs einschränkung des Gelenkes fü hren) und Anky losen (= Gelenkvers teifung) (nach Pschyrem bel, 258. Auflage; Ges undheitpro.de). Auch die Ar throse ist eine Spät folge der Arthritis.
Verschiedene Arthritis -Formen
Eine Arthritis kann sehr viele verschiedene Ur sachen haben, im folgendem Absat z soll kurz auf die in Deu tschland wichtigsten Formen eingegangen werden:
Die häu
figste Form einer Arthritiserkrankung ist die
rheu matoide Arthritis (prim är chronische
Pol
yarthritis), unter der ca.
0,5% bis 1% der Gesamtbevöl kerung in Deutschland leiden. Mit
zunehmendem Al ter nimmt auch die Häu
figkeit der Erk rankung zu, Frauen sind ca. 3
mal häufiger betroffen als Män ner. Die rheu
matoide
Arthritis
beginnt am häu figsten ab dem 35. bis zum 45. und über dem 60. Le
bensjahr.
Es handelt sich um eine chron
isch-entzündliche, oft in Sch üben verlaufende
Er krankung des B
inde-, Stü tz- und
Muskelgewebes mit Hauptmanifestat ion (= am meist
en betroffen) an der Gelenk innenhaut und an gelenknahen Stru
kturen (z.B. Sch
leimbeutel).
Die Ursache der rheu
matoiden Arthritis
ist noch nicht vollständ ig geklärt. Nach
gewiesen ist eine gene tische Disposit
ion (= verer
bliche
Veranlagung), allerdings müssen auch
best immte aus
lösende Fak toren vorhanden sein, beispielsweise virale In
fekte (= durch Vir
en übertragene,
ans teckende Erkran
kungen),
metabol ische Störungen
(= Stoff wechselstörungen),
en dokrine Störungen
(= Störungen des Hormonsystem
s), auch
nervöse Einflüsse können eine Rol le spielen. Daraufh
in entwickelt sich eine
Auto immunreaktion
(=
eine Reaktion des körper eigenen Abweh
rsystems gegen den eigenen Kör per).
Eine r heumatoide Arthritis kann sich in unspezifischen Al
lgemeinsymptomen wie
Abgeschlagenheit, Gelen
kschmerz in
Ruhe, bei D ruck oder unter Belastung, Appe
titlosigkeit, Gewich tsverlust oder
gelegentlich erhöhter Temperatu r äußern. Spezifischere Symptome
(= Krankeitszeichen) sind u.
a. Morgen steifigkeit der Gelenke, Schwell
ungen vor allem der Hand
-,
Fin
gerg rund- und –mittelgel
enke, sowie verschiebl iche, weiche Rheumakn
ötchen
unter der Hau t, meist an der Streckseite der
Gelenke. Im Spätstad
ium zeigt sich oft eine starke Deformat
ion (= Verformung, Fehl
stellung) und Dest
ruktion (= Zers
törung) der Gelenke. Auch können (sel
tener) innere Or gane, aber
auch die Au gen befallen werden.
Neben der Anam
neseerhebung (=
Erörtern der Krankhei tsvorgeschichte)
spielen bei der Diagnose der r
heumatoiden Arthritis
verschiedene bildgeben de Verfahren wie das Rön
tgen eine Rolle. Bei ca. 70-80%
der Rheu
mapatienten läßt sich ein so genannter
Rheu
mafaktor nachweisen. Hierbei
handelt es sich um An tikörper, die gegen körper
eigene Antikörper gerichtet sind.
Al lerdings gibt es durchaus Rheumapatien
ten, bei denen dieser Rheumafaktor nich
t
nachweisbar ist. Andere Verfah ren wie Com
putertomographie, Kernspintomographie,
Szin tigraphie spielen eine eher un
tergeordnete Rolle bei der D iagnose.
Eine ka usale
(= auf die Ursache gerichtete)
Th erapie
dieser Arthritis
ist bisher nicht mög lich, die Sym
ptome
(= Krankheitszeichen) lassen sich
aber bei frü hzeitiger und adäqu
ater Therapie gut beh errschen. Die symptomat
ische (= nur auf die
Krankhei tszeichen gerichtete)
Therapie
mit nich tsteroidalen
Ant irheumatika stellt einen wich
tigen Ansatz dar. Diese Medikamente, wie Diclo
fenac, Ibupro fen oder Indometacin, hem
men die Freisetzung von körpere igenen
En tzündungsbotenstoffen und mindern so die Sch
merzen. Besonders magenschonen d
sind in dieser Gruppe die sog. COX-2 Inh ibitoren,
z.B. Parecoxi b oder
Etoricoxi b, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem
Herz-/Kreisl auf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Th
erapiedauer.
Es bleibt abzuwarten, ob Pa recoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Mark
t
genommen werden, wie schon andere M ittel dieser Stoffgruppe zu
vor.
Oft sind diese Med ikamente allerdings nicht ausreich
end, zusätzlich müssen
sogenannte Basist herapeutika verschrieben werden. Goldpräparate (Tau
redon®),
Me thotrexat (MTX®), Sul
fasalazin (Azulfidine-RA®), Chloroqu
in (Resoch in®),
D-Penicillamin (Me talcaptase®), Leflunomid (A
rava®) oder
Aza thioprin (I
murek®) sind versch iedene Med
ikamente aus dieser Gruppe.
Die Wirkung tritt erst nach einigen Monaten ein, wegen verschiedener
Neben wirkungen sind regelmäßige Blut
bildkontrollen von Nöten. Die Med ikamente
müssen über längere Zeit, oft sogar auf Dau er, eingenommen werden. Die Gabe von
Kort isonpräparaten ist ebenfalls eine seh
r wirkungsvolle Therapie, die wegen der
verschiedenen Neben wirkungen (z.B. Ost
eoporose,
Gewichtszunahme, hor monelle Störungen u.a.) aber meist auf die Phasen des akuten
Krankheitsschu bes begrenzt wird.
Ein wirksames Medikament gegen die r
heumatoide Arhtritis
ist auch Adal imumab (HUM
IRA®) - Produk tinformation:
www.presseportal.de/story.htx?nr=712782
Weitere Therap ieansätze
bietet die physikal ische Therapie: Käl
teanwendungen, vorsichtige
krankengymnastische Mobi lisation, Ergotherapie, Elektrot
herapie und
Bewegungsbäder sind nur einige der sehr um fangreichen Möglichkeiten.
In schweren Fällen wird
auch die intraart ikuläre
(= ins Gelenk hinein)
In jektion von Kort
isonpräparaten oder auch radioakt iven Substanzen zur Hemmung
der Entzünd
ung angewendet.
Hilfreich ist auch eine spezielle Schmerz
therapie
in Form von kontinu ierlichen Nerven- und
Nervenleitungsblockaden (siehe unten).
Als letztes Mittel stehen auch verschiedene operat
ive Verfahren wie die Synovek tomie
(=
operative Ent fernung der entzündeten Gelenkschleim
haut),
Korrek turoperationen
(= Wiederherstellen der zerstörten Gelenkg
eometrie),
der künstliche Gelenkersatz oder Gelenkverstei
fungen zur Verfügung (nach Rössl
er/Rü ther;
Orthopädie; Urban&Fischer Verlag, sowie Gre
ten/Sch ettler; Innere Medizin; Thieme
Verlag).
Die Psor
iasis- Arthritis ist eine For
m der Gelenkentzündung, die in Zusammenhang mit der Psorias
is (Sch
uppenflechtenarthritis)
auftritt. Sie verläuft chron isch, kann eines oder auch me
hrere Gelenke betreffen und ähnelt im Verlauf der rheumat
oide
n Arthritis. Typisch ist der
asymmetrisc he Befall der Gelenke, an den
Fin gern sind oft alle 3 Gelenke betroffen (so genannte
„Wurst finger“). Die Hau
t über den betroffenen Gelenken ist oft verfärbt, es können auch die
Kreuz
darmbeinfugen,
die Wirbel gelenke oder andere Gel enke betroffen sein. Die Therapie
der Arthritis psoriat
ica
ähnelt der Therapie der rheumato
iden Arthritis.
Ein wirksames Medikament gegen die Psoriasis-Arh
tritis ist auch
Adal imumab (HUMIR
A®) - Produktinformation:
www.presseportal.de/story.htx?nr=712782
Die Gich
t-Arthritis (Arthritis
ur ica) ist eine weitere Art einer
Gelenkerkrankung
bzw.
Gelenken
tzündung,
die durch die Ablagerung von Ura t-Kristallen (Harnsäure kristalle) in den Gelen
ken ausgelöst wird. Man unterscheidet eine pr
imäre und eine sekundäre
Form. Die primäre Form ist erblich, entweder liegt eine ver
mehrte Bildung oder
eine verminderte Ausscheidung von Harn säure vor. Die sekun
däre Gicht entsteht durch ein endog enes
(= vom Körper selbst
hergestelltes)
oder exog enes
(= von außen zugeführtes) Überangebot an Pur inen, den Stoffen, deren Abbauprodukt die Harnsäure
ist. Ab einer bestimmten Konzent ration im Blut fällt die Har
nsäure aus, es kommt
zur Ablagerung von Harnsäurekristal len in den Gelenken. Das erste Ge lenk, an dem eine Gicht auftritt, ist fast immer das Gro ßzehengrundgelenk. Die Erstmanifestat ion
(= erstes Krank
heitszeichen)
erfolgt oft nach einer sehr umfangreichen Mahlzeit oder nach erhöhtem
Al koholkonsum, aber auch nach einem In
fekt (= Ansteckung, Übertragung),
Trau ma
(= Verletzung)
oder Stre
ßsituationen. Meist tritt der
Schmer
z nachts auf
und kann über Stunden, Tage oder Wochen andauern. Es kommt oft zur Bild
ung von Gicht tophi
(= Gicht knoten),
in denen die Ura t-Kristalle angehäuft sind, meist findet man sie im
Ohrk
norpel oder am
Großzehengrundgelenk.
Die Diagnose erfolgt über die Besch
reibung der Art und Lokalisation der
Schmer
zen, der
Untersuchung der Gel enke, der Bestimmung des Harnsäures piegels im Blut (über 7 mg% bei Männern,
6 mg% bei Frauen) und über Rön tgen-Aufnahmen. Die Therap
ie muß auf verschiedenen
Wegen angegangen werden. Zuerst ist eine pu rinarme Diät sowie Alkohol
karenz (= Alkoholverzicht)
wichtig. Als Basistherapie werden Medikamente verwendet, welche die
Harnsäuresyn these im Körper hemmen (Urikostat
ika, z.B. Al lopurinol), aber auch
Medikamente, welche die Ausscheidung der Harnsäure über die N
iere erhöhen (Urikosuri ka,
z.B. Benz bromaron). Im akuten Gichtan
fall wird sowohl mit
nichtsteroidalen
Antiphlog istika als auch mit dem En
tzündungshemmer Colch izin behandelt
(nach Röss
ler/Rüther;
Orthopäd ie; Ur
ban & Fischer Verlag).
Die so genannte
al lergische Arthritis
entsteht meist aufgrund einer Un verträglichkeitsreaktion, meist gegenüber
Medikamenten. Hiervon sind vor allem Jugend liche betroffen, oft ist das
Kniegelen
k
befallen.
Auch verschiedene
Erkrankungen wie Zuc kerkrankheit, Schilddrüsen
über- oder -unterfunk tion können
mit einer Arthritiserkrankung einhergehen. Wechsel
beziehungen bestehen
zwischen Gelenkverschlei
ß (Art
hrose)
und Arthritis.
Dann gibt es noch die sog.
paraneoplast
ische Arthritis,
als Folge bzw. im Gefolge einer Tu morerkrankung. Im weitesten Sinne handelt es
sich hierbei eigentlich auch um eine reak
tive Arthritis (tumorreaktive Arthritiserkrankung). Gar nicht so selten treten die
Sym ptome
(=
Krankheitszeichen) der Arthritis
sogar zuers t auf. Die Gefahr, daß der Tu
mor (zunächst) übersehen wird, ist
natürlich groß.
An eine paraneoplast ische Arthritis muß besonders bei folgenden Tumor-For
men
gedacht werden:
--- Weiblicher Brust
krebs
-- Krebs der Vors
teherdrüse
--- Lungen
krebs (insbes. Bron
chialkarzinom)
Spezielle Schmerz therapie:
Persist ierende (= trotz Basis behandlung verbleibende) Beschwerden / Schmerzen sind bei Arthritis leider nicht sel ten und geben dann Anl aß zu einer speziel len Schmerztherapie.
Sehr bewährt hat sich die therapeu tische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Be täubungsmittel), insbesondere in Form von kontinuierlichen Nerven blockaden mittels eingepflanztem Katheter. Eine wichtige Neben wirkung dieser Therapie ist eine begleitende Sympathikolyse (= Er weiterung der Blutgefäße), denn unter einer guten Durch blutung heilen entzündliche P rozesse sicher ab. Hinzu kommt die überaus wichtige Ta tsache, daß bei einer verbesserten, lo kalen (= örtlichen) Durchblu tung auch spezifische Med ikamente (im Falle der infektiösen Arthritis Ant ibiotika, evtl. antivirale Su bstanzen oder auch Ant imykotica (= Mittel gegen P ilze)) viel besser und ef fektiver wirken können.
Daß Lokalanästhet ika (= örtliche Betäu bungsmittel) auch entzündungshem mend wirken, ist zwischenzeitl ich wissens chaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfah ren wollen, so klicken Sie hier.
Methoden beschreibung "Kontinuierliche Nervenblockaden mit Katheter":
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Impressum Aktualisiert:>11.09.2009</> <strong>Arthritiserkrankung</strong>